Arbeit mit traumatisierten Geflüchteten

Migrations- und Fluchterfahrungen stellen immer eine Krise für die Betroffenen dar. Sind geflüchtete Menschen darüber hinaus von Traumatisierungen – vor, während oder nach der Flucht – betroffen, können diese Krisenphänomene und die damit zusammenhängenden Belastungen erheblich steigen. Das Ankommen, die Inklusion und das Entwickeln neuer Perspektiven kann dadurch erheblich beeinträchtigt oder gar verhindert werden. Traumatisierte geflüchtete Menschen haben einen besonders großen Unterstützungsbedarf für ihre Lebensbewältigung.

Das Teilprojekt 2: „Alltagsbezogene Unterstützung für traumatisierte Geflüchtete in Tübingen“ im Projekt Passerelle richtet sich an traumatisierte Geflüchtete, entwickelt Angebote für sie und greift ihre Bedürfnisse auf. Dabei werden ihnen alltagsbezogene und zukunftsorientierte Formen der Unterstützung angeboten.

  • Das erste Projektangebot besteht aus regelmäßiger handwerklicher Arbeit in der Projektwerkstatt und (dabei) vorberuflich qualifizierenden Tätigkeiten. Dieser Bereich der beruflichen Arbeit (halbtags) bildet einen stabilen Rahmen von Alltäglichkeit, Regelmäßigkeit und Sicherheit. Im Vordergrund steht dabei das „handfeste“ Tun, das Handeln- und Machen-Können in der Werkstatt, die dafür multifunktional ausgestattet wird: Voraussichtlich mit einer Schreiner-, Näh-, Keramik- und Fahrradwerkstatt.
  • Ein zweiter Unterstützungsweg wird durch ein regelmäßiges Gruppenangebot geöffnet, das – angelehnt an das bewährte EXIT-Konzept aus Norwegen – die traumatischen Erfahrungen bewältigen hilft, ohne therapeutisch angelegt zu sein. Dabei werden die Teilnehmenden angeleitet, selbst (wieder) Gestaltende zu werden, indem sie sich in einer stabilen Gruppe ausdrücken: über Körper und Stimme, theatralisch oder über künstlerische Produktionen.

Durch die Einbettung des Teilprojekts in die Zusammenhänge von Passerelle erhalten die Geflüchteten überdies Möglichkeiten und Anregungen dafür, sich niedrigschwellig in „soziale Normalitäten“ im Haus, in der Nachbarschaft und im Quartier einzubinden.

Laufzeit: 01.12.2018 – 30.11.2021

Förderzusage: Das Teilprojekt wird gefördert von der „Aktion Mensch“.

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